Dezember 2025
«Regierungschefin» ist das Wort des Jahres 2025

Aus 470 Vorschlägen wählte die Jury «Regierungschefin» zum Wort des Jahres 2025 in Liechtenstein. Der Satz des Jahres lautet: «Wer austeilt, muss auch einstecken können.» Die Zahl des Jahres ist 851.
Das Wort des Jahres «Regierungschefin» markiert im Jahr 2025 einen historischen Wendepunkt für Liechtenstein. Seit dem 10. April 2025 steht Brigitte Haas an der Spitze des Landes. Ihre Wahl ist weit mehr als ein politischer Wechsel, denn sie steht sinnbildlich für die politische und gesellschaftliche Entwicklung eines Landes, das das Frauenstimmrecht auf Landesebene erst 1984 eingeführt hat. Ein weiteres bemerkenswertes Zeichen des Wandels ist, dass auch die Regierungschefin-Stellvertreterin eine Frau ist. Mit Haas wurde erstmals in der Geschichte Liechtensteins eine Frau vom Parlament zur Regierungschefin vereidigt, ein Schritt, der international Beachtung findet. Während Liechtenstein damit ein bedeutendes Kapitel der politischen Gleichstellung aufschlägt, haben 14 europäische Staaten bis heute noch nie eine gewählte Regierungs- oder Staatschefin hervorgebracht. Dazu zählen Albanien, Andorra, Armenien, Aserbeidschan, Belarus, Luxem-
burg, Monaco, Montenegro, die Niederlande, Russland, Spanien, die Tschechische Republik, der Vatikan und Zypern.
Zusätzlich öffentliche Aufmerksamkeit erhält die neue Regierungschefin durch ihre familiäre Verbindung als Cousine von Erzbischof Wolfgang Haas. «Regieungschefin» steht damit 2025 für Aufbruch, politische Repräsentation und Gleichstellung.
«Wer austeilt, muss auch einstecken können.»
Das Urteil im Fall des Vaduzer Medienhauses vom 5. September 2025 macht deutlich, warum der Satz des Richters «Wer austeilt, muss auch einstecken können» zum politischen Leitspruch des Jahres 2025 geworden ist. In einer Zeit, in der Abstimmungskämpfe zunehmend emotionalisiert werden und Fakten unterschiedlich wahrgenommen werden, ist eine robuste Streitkultur gefragt. Das Landgericht Vaduz stellte erstinstanzlich klar: Wer sich bewusst in den öffentlichen Diskurs begibt, wer ein Referendum anführt und damit aktiv in die politische Meinungsbildung eingreift, muss sich auch zugespitzte Kritik gefallen lassen. Nicht jede harsche Formulierung verletzt die Ehre; oft ist sie Ausdruck eines lebendigen demokratischen Ringens. Die Pressefreiheit ist dabei kein Freibrief, sondern ein zentraler Pfeiler, der den notwendigen Raum für deutliche Worte schützt. Das Urteil erinnert daran, dass Demokratie nicht vor Konflikten schützt, sondern sie sichtbar macht. Sie verlangt Mut zur öffentlichen Positionierung und die Fähigkeit, Gegenwind auszuhalten. Denn nur wer Kritik nicht als persönlichen Angriff, sondern als Teil des politischen Dialogs begreift, stärkt langfristig die Kultur der offenen Debatte.
Zahl des Jahres: 851
Die Zahl 851 steht sinnbildlich für die aussergewöhnliche Vereinsvielfalt Liechtensteins. Eine Kurzstudie der Universität Liechtenstein zeigt: Mindestens 851 Vereine prägen das gesellschaftliche Leben im Land, von Kultur und Musik über Sport, Freizeit und Geselligkeit bis hin zu Sozialem, Natur- und Tierschutz. In Vaduz sind 227 der erfassten Vereine ansässig, in Schaan 118. Damit haben gut 40 Prozent der Vereine ihren Sitz in den beiden Zentrumsgemeinden. Auf Platz drei folgt Mauren-Schaanwald mit 96 Vereinen. Die übrigen Vereine verteilen sich auf Eschen-Nendeln (86),
Balzers (74), Triesen (71), Triesenberg (61), Ruggell (45), Schellenberg (25), Gamprin-Bendern (22) und Planken (8).
Gemessen an der Einwohnerzahl weist Liechtenstein damit eine deutlich höhere Vereinsdichte auf als andere deutschsprachige Länder. Die grosse Zahl an meist gemeinnützigen Organisationen zeigt, wie stark sich die Bevölkerung ehrenamtlich engagiert und Verantwortung für Gemeinschaft und Gemeinwohl übernimmt.
So funktioniert das Auswahlverfahren
Nachdem im letzten Jahr ein Drittel der favorisierten Wörter medienpolitische Themen und Radio Liechtenstein betrafen, war das Themenfeld in diesem Jahr deutlich breiter gefächert. Die meisten Wortvorschläge kamen aus den Bereichen Innenpolitik, Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Casino und Gemeindepolitik. In der ersten Juryrunde werden 20 Wörter und Sätze priorisiert und jeweils begründet. In der zweiten Runde wird anhand der vergebenen
Punkte das Siegerwort ermittelt. Die Jury 2025 besteht aus dem Jurypräsidenten Daniel Quaderer, der Kommunikationsexpertin Cécile Bachmann, der Buchautorin und Publizistin Doris Büchel, der Präsidentin des Liechtensteiner Presseclubs LPC Carmen Dahl, der Leiterin IKR Magdalena Hilbe und dem Publizisten Günther Fritz. Nach 24 Jahren Mitarbeit ist Günther Meier aus Altersgründen aus der Jury ausgeschieden. Ihm wurde für sein langjähriges Wirken herzlich gedankt.
Medienecho:
Besichtigung und Konzert in der Musikakademie Liechtenstein
Donnerstag, 11. Dezember, 17.30 Uhr, Hagenhaus, Nendeln
Der LPC lud gemeinsam mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft zum vorweihnachtlichen Konzert ins Hagenhaus in Nendeln. Nach einer Führung durch das liebevoll sanierte Gebäude und einem stimmungsvollen Apéro trafen sich die rund 80 anwesenden Gäste der beiden Vereine im festlichen Rahmen zu einem besonderen musikalischen Abend.
Höhepunkt des Programms war die Gesangsdarbietung der facettenreichen Mezzo-Sopranistin Marina Viotti. Die international gefragte Künstlerin singt regelmässig am Opernhaus Zürich und war 2024 als Solistin bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris zu erleben. Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme, ihrer Bühnenpräsenz und spürbaren Freude am Spiel mit Genres begeisterte sie das Publikum vom ersten Ton an.
In ihrem abwechslungsreichen Programm verbanden sich Klassik, Chanson und Jazz zu einem regelrechten musikalischen Feuerwerk. Von Bizet bis Piaf, von Offenbach bis Bolcom spannte Viotti einen weiten Bogen zwischen Oper, Kabarett und Nostalgie – mal kraftvoll und dramatisch, mal feinfühlig und augenzwinkernd. Der Funke sprang schnell über: Die Gäste liessen sich mitreissen, hörten gebannt zu und dankten mit lang anhaltendem Applaus.
Zum stimmungsvollen Abschluss sang Viotti gemeinsam mit dem begeisterten Publikum «I’m dreaming of a white Christmas» – ein gemeinsamer Moment, der den vorweihnachtlichen Abend im Hagenhaus warm und unvergesslich ausklingen liess.
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho:
Berichterstattung auf 1FLTV vom 12.12. (ab Minute 6)
Studie «Journalismus im Kleinstaat» als Impuls für die
Medienpolitik
Besuch bei der Stiftung Zukunft.li
Montag, 20. Oktober, 12.00 Uhr, kommod, Ruggell
Die aktuelle Lage der Medienlandschaft in Liechtenstein stand im Zentrum einer gemeinsamen Veranstaltung des Internationalen Liechtensteiner Presseclubs (LPC) und der Sektion Medien und Kommunikation der Wirtschaftskammer Liechtenstein auf Einladung der Stiftung Zukunft.li. Nach dem Aus von Volksblatt und Radio Liechtenstein stellen sich drängende Fragen: Wie geht es weiter in der heimischen Medienlandschaft und welche Medienpolitik braucht das Land?
Gerald Hosp, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft.li, präsentierte die neue Studie «Journalismus im Kleinstaat», die eine umfassende Auslegeordnung der aktuellen Situation vornimmt und Empfehlungen für eine zukunftsfähige Medienpolitik formuliert.
Im Anschluss an die Präsentation diskutierten Vertreterinnen und Vertreter beider Organisationen mit Zukunft.li über die Rolle des Journalismus im Kleinstaat und über konkrete Handlungsmöglichkeiten. Ziel des Austauschs war es, die laufende Debatte über die Medienlandschaft zu versachlichen und zu vertiefen.
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho:
«40 Jahre Papstbesuch in Liechtenstein» – Erinnerungen und Ausblick auf die Beziehungen zum Heiligen Stuhl
Montag, 1. September, 18.30 Uhr, Gasthof Löwen, Vaduz
Vierzig Jahre nach dem historischen Besuch von Papst Johannes Paul II. in Liechtenstein am 8. September 1985 erinnerten Prinz Nikolaus und Prinz Stefan von und zu Liechtenstein im Internationalen Liechtensteiner Presseclub (LPC) an die Bedeutung dieses Ereignisses – für das Land, für die Kirche und für die Beziehungen zum Heiligen Stuhl. Prinz Nikolaus war von 1986 bis 2017 nicht residierender Botschafter Liechtensteins beim Heiligen Stuhl, seit 2017 übt Prinz Stefan dieses Amt aus.
Der grösste Staatsbesuch und eine verpasste Chance
Prinz Nikolaus von und zu Liechtenstein zeichnete nach, wie der Besuch 1985 durch die spontane Zusage des Papstes auf die Einladung von Fürst Franz Josef II. zustande kam. Die Visite fand im Land grosse Beachtung, stiess international auf ein positives Echo und gilt bis heute als der bedeutendste Staatsbesuch in der Geschichte Liechtensteins. Johannes Paul II., der eine prägende Rolle bei der europäischen Neugestaltung spielte, würdigte in späteren Worten die tiefe Verbundenheit des liechtensteinischen Volkes mit dem Christentum.
Im Zuge des Besuchs wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Liechtenstein und dem Heiligen Stuhl offiziell aufgenommen. Prinz Nikolaus wurde 1986 als erster Botschafter akkreditiert und berichtete von der besonderen Rolle des Vatikans als globalem Treffpunkt, an dem Politik, Kultur und Religion zusammenkommen.
Als eine verpasste Gelegenheit schilderte er die 2014 von ihm geleiteten Verhandlungen über ein Konkordat. Dieses hätte die Beziehungen zwischen Staat und Kirche rechtlich neu geregelt und die Gleichstellung der Religionsgemeinschaften gefördert. Neun der 11 Liechtensteiner Gemeinden standen hinter dem Vorhaben, doch an Verhandlungen in zwei Gemeinden scheiterte es. Prinz Nikolaus sieht darin nach wie vor eine verpasste grosse Chance, die langfristig wieder aufgegriffen werden sollte.
Respektvoller Umgang mit kleinen Staaten und ein Blick in die Zukunft
Prinz Stefan von und zu Liechtenstein hob hervor, dass kleine Staaten wie Liechtenstein in Rom mit grossem Respekt behandelt würden – die Grösse eines Landes spiele dort keine Rolle. Anhand einer persönlichen Anekdote über die Begegnung von Erbprinz Alois mit dem amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance bei der Inauguration von Papst Leo XIV. zeigte er, wie solche Anlässe als wertvolle Türöffner für internationale Kontakte wirken können.
Seit 2017 habe sich in den bilateralen Beziehungen wenig bewegt. «Rom ist bereit», so Prinz Stefan, die Kirche denke in Jahrhunderten. Mit Blick auf die Zukunft sprach er die Diskussionen um die Ernennung eines neuen Erzbischofs an. Dabei gelte es, Vertrauen in die Erfahrung des Papstes zu haben: Die Entscheidung werde mit Umsicht getroffen werden.
Fazit: Geduld und neue Wege für die Kirche
Der Rückblick zeigte, dass der Papstbesuch von 1985 für Liechtenstein ein historisches und identitätsstiftendes Ereignis war. Er stärkte nicht nur die Kirche, sondern verankerte das Land auch international. Während Prinz Nikolaus die damals nicht genutzte Chance eines Konkordats hervorhob, richtete Prinz Stefan den Blick nach vorn: auf die besondere Stellung Liechtensteins beim Heiligen Stuhl und auf die künftige Entwicklung der Kirche im Land.
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho:
«125 Tage Regierung» gemeinsam mit den Alumni der Medienakademie
Donnerstag, 14. August, 17.30 Uhr, Gasthof Löwen, Vaduz
41 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts übernahm erstmals eine Frau das Amt der Regierungschefin in Liechtenstein. Brigitte Haas setzte gemeinsam mit Vize-Regierungschefin Sabine Monauni gleich nach ihrer Vereidigung ein starkes Zeichen: Die Sicherheitspolitik stehe im Zentrum der Regierungsarbeit für die Legislaturperiode 2025 bis 2029.
«Sicherheit und Stabilität stehen für uns im Vordergrund, im Inneren wie im Äusseren», betonte Brigitte Haas. «Es geht nach wie vor darum, unsere Werte zu verteidigen», ergänzte Sabine Monauni. Auch innenpolitisch setzen die beiden Führungspersönlichkeiten klare Prioritäten: Im Fokus stehen gesellschaftlicher Zusammenhalt und konkrete Massnahmen zu dessen Stärkung.
Frisch nach der Sommerpause stellten Haas und Monauni ihr Regierungsprogramm im Rahmen des Alumni-Treffens der Medienakademie vor. Dabei standen sie den internationalen Journalistinnen und Journalisten sowie den Mitgliedern des LPC für Fragen und Diskussionen zur Verfügung..
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho:
Wie wichtig ist unabhängiger Journalismus für Liechtenstein?
11. August 2025, 19:00 Uhr, Foyer Gemeindesaal Triesen
Öffentlicher Live-Podcast zur Medien- und Meinungsvielfalt in Liechtenstein
Auf dem Podium diskutierten Fachpersonen aus Journalismus, Wissenschaft und Medienpolitik über Qualität, Herausforderungen und die
Bedeutung unabhängiger Berichterstattung in einem kleinen Staat.
Podiumsgäste
Moderation
Andreas Krättli, Geschäftsführer AK Digital Media, Journalist und Dozent am Campus Radio der Universität Liechtenstein
Eröffnung und Grussworte
Eine Veranstaltung von AK Digital Media mit Unterstützung der Medienkommission und des LPC.
Der Podcast wurde aufgezeichnet und ist unter nachstehendem YouTube-Link abrufbar.
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho: Berichterstattung auf exclusiv.li unter folgendem Link
High-Speed Society, Cyberangriffe und KI: Was sind die Folgen des «Channel Overloads» für Journalisten?
Dienstag, 1. Juli, 18.30 Uhr, Gasthof Löwen, Vaduz
Heutzutage gibt es mehrere hundert soziale Netzwerke und «Messaging Networks», die Milliarden Nutzer bedienen. Facebook, YouTube und Instagram bringen es allein auf rund 7,5 Milliarden aktive User. Die digitale Informationsflut prasselt dank Technologie immer schneller auf uns hernieder. Laut ChatGPT werden täglich 2-3 Millionen Nachrichten weltweit abgesetzt. Der «Channel Overload» ist Tatsache. Gleichzeitig kommen neue hochkomplexe Themenfelder wie Cybersecurity, Krypto oder Künstliche Intelligenz hinzu.
Wie überfordert sind Journalisten heute und wie steht es um den Kompetenzverlust im Informationszeitalter? Hans-Jürgen Maurus, langjähriger ARD-Auslandskorrespondent und Wirtschaftsredakteur der Schweizer Sonntagszeitung sowie Mitglied des LPC-Beirats, nahm eine Bestandsaufnahme vor.
Fotos: Silvia Abderhalden
Medienecho
Walter Wachter: «Ein Leben für die Fotografie»
Montag, 5. Mai, 18.30 Uhr, domus, Schaan
Die beiden Kuratoren, LPC-Vorstandsmitglied Sven Beham und Norbert Jansen, führten die LPC-Mitglieder und Gäste durch die Ausstellung, die sich dem fotografischen Schaffen von Walter Wachter (1925–2020) widmete.
Von 1947 bis 1958 lebte der Autodidakt in Venezuela, wo er für einige Jahre für die Mineralölfirma Shell als Industriefotograf tätig war, aber ebenfalls Land und Leute porträtierte. Nach seiner Rückkehr nach Liechtenstein blieb er zunächst der Dokumentationsfotografie treu. Unternehmen wie Hilti, Presta, Ivoclar, Hoval oder Balzers AG beauftragten ihn, Produkte, Anlagen und Gebäude zu fotografieren. Darüber hinaus dokumentierte er alle Bereiche des Lebens und der Gesellschaft in Liechtenstein. So steuerte er 10‘000 Fotos zum Standard-Nachschlagewerk «Brauchtum in Liechtenstein» bei. Zudem war er der «Hoffotograf» der Fürstenfamilie unter Fürst Franz-Josef II. Eine weitere Facette war sein filmisches Schaffen. Er produzierte mehrere Filme über aussterbende Berufe sowie Dokumentarfilme über Liechtenstein.
Die von 10.04.2025 bis 18.05.2025 dauernde Ausstellung in Schaan zeigte Trouvaillen aus seinem umfangreichen Fotoarchiv. Ergänzt wurde sie durch fotografische Geräte sowie Beispiele seines filmischen Schaffens.
